Samstag, 26. Mai 2012, 14:14:21 Uhr

08. November 2011, 21:46

Wir wollen schnellstens zurück

Wir waren gut drauf....

"Wir waren gut drauf, mitten in der Flotte. Die Stimmung war gut. Ich sprach gerade zu den Jungs. Ich hatte vor, die Geschwindigkeit um einen Knoten zurückzunehmen, als wir es alle gemeinsam hörten. Ein Kratzen, ein Stich, so wie man einen Stab durch den Dreck zieht und dann hörten wir auch schon das rauschen des Wassers. Der Schock sass tief. Gott sei Dank schlossen die automatischen Schotttüren sofort, so passierte relativ wenig." So sprach Mike Sanderson der Kapitän über die Radiowelle. Major damage sustained to Team Sanya during leg 1 of the Volvo Ocean Race 2011-12, from Alicante, Spain to Cape Town, South Africa. (Credit: Andres Soriano/Team Sanya/Volvo Ocean Race)

Zürich, 8.11.11 Red. (mk) Das Team Sanya muss Leg 1 nach Kapstadt aufgeben. Sie wollen aber schnellstens mit dem Boot nach Kapstadt um bei der 2. Etappe in Südafrika zu starten. Die Schäden sind allerdings grösser als befürchtet. Man ist daran das Boot wieder auf Vordermann zu bringen. Dazu braucht es aber dringender Reparaturen.

Und Mike Sanderson weiter:

Wir haben alle sofort unsere Schwimmwesten angezogen. Wir waren ja nicht sicher, ob sich die automatischen Türen auch alle schlossen und wie gross die Schäden wirklich waren. Wir setzten die Pumpen ein, es nütze aber herzlich wenig. Es war wirklich ein komisches Gefühl. Nach einiger Zeit hat sich dann unsere Situation stabilisiert und wir pflegten das Boot so gut wir konnten. Wir segelten langsam mit 4-5 Knoten gegen den Wind. Der Ausleger war unten.

Die Verletzung von Andy Meiklejohn

Andy hatte einen sehr unglücklichen Unfall. Wir waren daran den Ausleger zu ändern. Die Bedingungen waren bei hoher See sehr schwer. Wir hatten eine Geschwindigkeit von 13 Knoten und reduzierten auf ca. 6-7 Knoten. Wir wurden dann innert kürzester Zeit von massiven Wellen kurz hintereinander (zur gleichen Zeit als Abu Dabi Azzam der Mast brach) getroffen. Andy wurde so am Knöchel getroffen und hat eine schwere Fussverletzung erlitten. Wir kontaktierten den Race Offizier, da wir nicht sicher waren ob der Fuss gebrochen war. Es war dann auch Glück im Unglück mit unserem Bootsunfall. So konnten wir Andy eine Stunde später im Hafen in das örtliche Krankenhaus bringen. Andy ist nun in diesem Prozess und wird rasch möglichst behandelt werden.

So schnell als möglich nach Kapstadt

Wir werden das Boot so bald als möglich nach Kapstadt bringen. Würden wir aber segeln, so brauchten wir ungefähr 8-9 Tage und wir würden den Start zur Leg 2 verpassen. So werden wir versuchen, das Boot rechtzeitig nach Kapastad zu transportieren.

Es ist keine leichte Aufgabe. Der Schaden ist enorm. Wir haben ein Loch wie ein Kotelett 6mx3mx1m und müssen dieses Lock komplett ersetzen. Normalerweise dauert so eine Reperatur 2-3 Wochen. Wir werden es im 24-Stunden Betrieb innnert 7 Tagen schaffen! So ist die Volvo Ocean Race, wir werden ganz einfach tun, was wir tun müssen.

Der Schaden ist jedenfalls nicht durch uns entstanden, das beruhigt. Wir waren ausserdem gut drauf und es hat zudem keine andere Schäden am Boot. Die Zeit benötigen wir jetzt, um zu planen und die logistischen Vorkehrungen zu treffen. Es muss uns schnellstmöglich zurück ins Rennen bringen. Der Rumpf muss aber perfekt ersetzt werden, auch wenn es eilig ist.

Aus persönlicher Sicht habe ich noch nie zuvor einen Whitbread oder Volvo Beinausstieg erlebt, es ist ein trauriger Moment. Für die Jungs ist es natürlich enttäuschend, wir waren gut drauf und das Boot lief von selbst. Ein gutes Gefühl haben wir aber mitgenommen, nämlich, dass wir im entscheidenden Moment richtig gehandelt haben.

Wir können mit dem Team immer noch verschiedene Podestplätze in den verbleibenden Etappen erreichen und wir haben die feste Absicht auch dies zu tun.

Unfälle passieren und jetzt dreht sich alles aber um unsere Hartnäckigkeit. Wir geben nicht auf! Es war ein sehr schmerzhaftes Verlassen unseres Bootes in Motril und ein grosser Schock, als wir sahen, dass ein grosser Teil des Bootes fehlte.

Es ist nun wohl ein hektisches tun, damit wir unser Sanya Lan Rennboot bis am Freitag auf ein Schiff bekommen und während der Fahrt reparieren. Sobald wir den Versandweg kennen werden wir die Abfahrts und Ankunftszeiten in Kape Town bekannt geben.

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Major damage sustained to Team Sanya during leg 1 of the Volvo Ocean Race 2011-12, from Alicante, Spain to Cape Town, South Africa. (Credit: Andres Soriano/Team Sanya/Volvo Ocean Race)

Major damage sustained to Team Sanya during leg 1 of the Volvo Ocean Race 2011-12, from Alicante, Spain to Cape Town, South Africa. (Credit: Andres Soriano/Team Sanya/Volvo Ocean Race)