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06. September 2011, 21:56
MISTRAL ZU MÄCHTIG: KEINE RENNEN
Beim Skippers-Briefing am Vortag hatte Claus-Peter Offen als Präsident der Internationalen Maxi-Klassenvereinigung (IMA) und Eigner der 100-Fuß-Wally „Y3K“ aus Hamburg noch darüber spekuliert, der Wind könnte zum Auftakt des Maxi Yacht Rolex Cup 2011 zu stürmisch werden. Genau das entpuppte sich als präzise Vorhersage. Bereits am Dienstagmorgen (6. September) hatte Regattaleiter Peter Craig eine Startverschiebung verkündet, weil durch den Mistral schon im geschützten Hafen von Porto Cervo fünf Beauforts herrschten. Doch draußen an der Smaragdküste Sardiniens waren es schon Stärke sechs bis sieben. Als eine vorhergesagte Windabnahme nicht eintrat, wurden am Nachmittag alle Rennen abgesagt und auf den Folgetag verschoben.Photo By: Rolex / Carlo Borlenghi.
Porto Cervo, Italy - 6.9.11 Red. (mk) Am Mittwoch (7. September) soll es bereits um 10.30 Uhr losgehen, eine Stunde früher als geplant. Denn laut Windvorhersage nimmt die Brise zwar über Nacht ab, doch im Laufe des Nachmittags dann wieder bedrohlich zu. Bis dahin soll die erste Wettfahrt in allen Maxi-Klassen einschließlich der Mini Maxi Rolex Weltmeisterschaft im Ziel sein.
So sieht es der Wettermann
Mike Broughton, Navigator auf dem 78 Fuß langen Mini Maxi „Whisper“ (Irland) ist ein passionierter Meteorologe und hatte den schwierigen Start in die Regattawoche erwartet. „Es ist wirklich schade, dass wir am ersten Tag nicht segeln konnten“, meinte Broughton, „aber der Mistral kommt aus Frankreich die Berge herunter und verstärkt sich durch einen Tunneleffekt zwischen Sardinien und Korsika. Dadurch erreicht er Stärken um sieben. Das ist genau an der Grenze des Segelbaren, aber ein leider wenig auf der falsche Seite darüber hinaus.“
Und die Vorhersage ist genauso kritisch für den nächsten Tag. „Leider könnte es sogar noch windiger werden“, ergänzt der Navigator, „der Gradient verstärkt sich noch, was bedeutet, dass der Wind noch zunimmt. Der Rest der Woche wird wohl ein Mix, immer noch Starkwind am Donnerstag und wahrscheinlich leichter am Sonnabend.“
Am Steg stehend mag der Wind zwar nicht so dramatisch wirken. „Aber das täuscht“, so Braughton, „ich habe schon eine Menge Zeit in Porto Cervo verbracht, auch mit Abwarten. Das geschützte Hafenbecken spiegelt nicht wider, was eine oder zwei Seemeilen weiter draußen los ist. Oft gibt es dort 30 bis 40 Prozent mehr Druck. Deshalb war es eine gute Entscheidung der Wettfahrtleitung, die Rennen abzusagen. Das Risiko, gleich zu Beginn der Regatta an den Yachten etwas kaputt zu machen, war einfach zu groß. Außerdem kann es bei diesen Bedingungen auch heikel werden, die Yachten wieder sicher an den Steg anzulegen.“
Auch für Nacho Postigo, erfahrener spanischer Navigator auf der 93 Fuß langen Wally „Open Season“ des Kölners Thomas Bscher, ist die Vorhersage nichts Ungewöhnliches. „Der Mistral ist eine normale Zutat in Porto Cervo, ein ständig wiederkehrender Besucher diese Regatta“, erklärt der ehemalige America’s Cup-Segler und heutige technische Direktor des Audi MedCup Circuits für TP52- und Soto 40-Yachten. „Oftmals weht der Mistral mit 20 bis 25 Knoten, was zwar herausfordernde, aber hervorragende Segelbedingungen bedeutet“, so Postigo, „aber wenn es darüber hinaus geht, wird es immer extremer und gefährlicher. Schon drei Knoten mehr Wind können einen großen Unterschied machen. Von daher war es sicher die richtige Entscheidung, zu verschieben.“
„Aber auch der Mittwoch wird trickreich“, warnt der Spanier, „der Mistral ist ein unberechenbares Biest und bestimmt derzeit das Panorama.“ Abgesehen von dem starken bis stürmischen Wind sieht er jedoch noch weitere Herausforderungen auf sich zukommen. „Es gibt hier so viele Untiefen, Felsen knapp unter der Wasseroberfläche, auf die wir gefasst sein müssen“, sagt Nacho Postigo, „für die Manöver müssen die elektrischen Winschen jederzeit hundertprozentig einsatzbereit sein, sonst kann es bei einer Wende oder Halse schon zu spät sein.“ Wie auch bei den anderen 46 Navigatoren auch wird seine Aufgabe sein, die Crew ständig zu informieren, was die nächste Hürde im Rennen um den Maxi Yacht Rolex Cup ist.
Auf der Agenda
Die erste Wettfahrt soll nun am Mittwoch, dem 7. September, um 10.30 Uhr stattfinden, die letzte und alles entscheidende am Sonnabend (10. September). Neben dem hochklassigen sportlichen Wettbewerb sorgt der Yacht Club Costa Smeralda zusammen mit der IMA und den Titelsponsor Rolex für eine Auswahl exquisiter Rahmenevents. Diese enden mit der feierlichen Preisverteilung am Sonnabend, auf der die Maxi Yacht Rolex Cup Pokale und edle Rolex Armbanduhren vergeben werden.
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Photo By: Rolex / Carlo Borlenghi.Maxi Yacht Rolex Cup Porto Cervo, Italy September 5 - 10, 2011 Dockside preparations at the Porto Cervo Marina Dock Side .

Photo By: Rolex / Carlo Borlenghi.Mistral conditions in Porto Cervo Dock Side .

Photo By: Rolex / Carlo Borlenghi.Dock side preparations at the YCCS Dock Side .


