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05. September 2011, 22:53
GIGANTISCH, GRANDIOS, GLAMOURÖS
Er ist das Kronjuwel im internationalen Segelkalender mit seinen gigantischen Yachten, grandioser Umgebung und glamourösen Teilnehmern: der Maxi Yacht Rolex Cup. Auch 2011 hat die extravagante Regattawoche das Who-is-who der Maxi-Szene – 47 Boote insgesamt – im sardischen Hot Spot Porto Cervo versammelt, wo am Dienstag (6. September) die ersten Startschüsse fallen. Mit dabei sind einige hochkarätige deutsche Eigner mit ihren Traumschiffen, zwei davon sogar als Titelverteidiger unter den weltbesten Teams. Der Hamburger Großreeder Claus-Peter Offen will mit seiner „Y3K“ zum dritten Mal in Folge die Wally-Division gewinnen. Und der in der Schweiz lebende Industrielle Otto Happel war im Vorjahr mit seiner „Hetairos“ bester Super-Maxi. Ob sie erneut obsiegen, steht nach dem letzten Zieleinlauf am Sonnabend, dem 10. September, fest. Titelfoto Photo By: Rolex / Daniel Forster.
Porto Cervo, Italy - 6.9.11 Red. (mk) Die Mission lautet Hattrick
„Ja, unsere Mission heißt Hattrick“, sagt Thomas Jungblut, seit vielen Jahren Taktiker an Bord der „Y3K“, „das hatte ich schon 2010 so ausgegeben. Denn ich fürchte, es könnte bis auf weiteres unsere letzte Siegchance sein.“ Grund: In der kommenden Saison werden die ersten Exemplare der neuen Klasse Wally Cento auf der Regattabahn erwartet, die zwar auch „nur“ 100 Fuß, also 30,50 Meter lang sind, aber extreme Hightech-Leichtbauten. Diese sollen acht bis zehn Prozent schneller sein als zum Beispiel die Hamburger Yacht und eine derer härtesten Widersacherinnen, die gleichlange W100 „Indio“ des Italieners Andrea Recordati mit dem französischen Regattafuchs Bertrand Pace an Bord.
Eine besondere Brisanz kommt jedoch dem fortwährenden Dauerduell der Wallys mit der britischen „Magic Carpet²“ zu. Eigner und L’Oreal-Boss Sir Lindsay Owen-Jones hat ausgerechnet Deutschlands erfolgreichsten Segler aller Zeiten, Jochen Schümann, angeheuert, um den Dreifach-Triumph von dessen Landsleuten zu verhindern. Der dreimalige Olympiasieger und zweifache America’s Cup-Gewinner dürfte sogar etwas langsamer segeln und könnte trotzdem gewinnen, weil der „im Quadrat fliegende Teppich“ mit 28,80 Meter ein Stück kürzer als die „Y3K“ ist und von dieser berechnete Zeit vergütet bekommt.
Doch Schümann wertet das nicht unbedingt als Vorteil: „Mit einem kleinen 94er (Länge in Fuß, d. Red.) tun wir uns häufig schwer gegen die Großen, vor allem auf den Halbwindstrecken, wenn die mit ihrer längeren Wasserlinie davonziehen.“ Aber auch beim Start haben die 100er schlicht etwas mehr PS, um sich frei zu segeln und den taktischen Weg ihrer Wahl einzuschlagen. Der 57-Jährige erwartet nach frischer bis starker Trainingsbrise zum Auftakt sogar den berüchtigten Mistral – starker bis stürmischer Wind aus dem Rhonedelta. Schümann: „Hoffentlich bleibt der jeden Tag segelbar, dann sehen wir erstklassige Bedingungen und spannende Wettfahrten.
„Wir rechnen aber auch stark mit Jean Charles Decaux auf der ‚J One‘“, so Jungblut weiter. Der Hamburger North-Segelmacher sieht sich dort seinem Kollegen Jens Christensen aus Dänemark gegenüber. Eine Rolle als Geheimtipp Schümanns nimmt die „Open Season“ des ehemaligen Bugatti-Chefs und Privatbankiers Thomas Bscher ein, der – wie alle anderen Eigner auch – sein Schiff selbst steuert.
Hoch und mächtig
Auch bei den Super-Maxis, den mehr als 30,50 Meter langen Yachten, spielen deutsche Eigner gleich in doppelter Hinsicht die ersten Geigen. Sportlich hatte Otto Happel mit seiner 38,50 Meter langen, aber mit 8,46 Meter breitesten aller Yachten nach 2005 auf einem Maxi-Racer sowie 2006 im Vorjahr zum dritten Mal den Bug vorn. Der traditionell anmutende Nachbau bekommt von der teils deutlich stärker auf Wettbewerb ausgerichteten Konkurrenz meist stattliche Vergütungen.
So blieb dem Hamburger Immobilienmagnaten Albert Büll mit seiner 148 Fuß, sprich 45,19 Meter, langen „Saudade“ nur der Spitzenplatz nach Bootslänge und auf dem Wasser der spannende Zweikampf mit der „eine Armlänge“ kürzeren „Visione“ (44,90 Meter) vom SAP-Gründer und -Aufsichtsratsvorsitzenden Hasso Plattner. Eine Wiederholung steht ab Dienstag auf dem Tagesprogramm.
Mini Maxi Rolex WM
Top-Favorit auf den WM-Titel der Mini Maxis ist der Vorjahressieger Niklas Zennström. Der schwedische Erfinder der Internetkommunikation Skype hat seine „Rán 2“ im August zu einem beeindruckenden Gesamtsieg beim Rolex Fastnet Race in England gesteuert und dort bereits seinen Erfolg von 2009 wiederholt. Zwar wird die „Shockwave“ (USA) unter ihrem neuen Eigner George Sakellaris versuchen, ihr das Leben so schwer wie möglich zu machen. Aber auch die britische „Jethou“ von und mit Peter Ogden ist nicht mehr als eine Anwärterin auf das Treppchen. Wenn auch unter der Flagge Großbritanniens vertritt der Hamburger Günter Herz (Ex-Tchibo) die deutschen Farben mit seiner „Allsmoke“ als Außenseiter.
Die Woche in Zahlen
Die Wettfahrten finden vom 6. bis zum 10. September jeden Tag ab 11.30 Uhr statt. Die 47 gemeldeten Yachten bedeuten die zweithöchste Teilnehmerzahl nur knapp unter dem Rekord von 49 im Vorjahr und sind ein erneuter Beweis für die Attraktivität der Veranstaltung und Genugtuung für den Yacht Club Costa Smeralda (YCCS) als Eventorganisator neben der internationalen Maxi-Yacht-Klassenvereinigung IMA. 17 Mini Maxis (Yachten von 18,29 bis 24,08 Meter Länge) kommen zur zweiten Mini Maxi Rolex Weltmeisterschaft, die im Rahmen des Maxi Yacht Rolex Cup ausgetragen wird. Diese Meisterschaft umfasst maximal acht Rennen, darunter mindestens vier Kurzstrecken und zwei Küstenrennen von bis zu 70 Seemeilen Kurslänge.
Die anderen Maxi-Kategorien sind ähnlich gut repräsentiert mit 21 Maxis (24,09 bis 30,50 Meter) und neun noch größeren Super-Maxis. Innerhalb dieser Größen nehmen 14 Wallys teil. Diese Klassen haben höchstens sieben Wettfahrten unterschiedlicher Art vorgesehen.
Auf der Agenda
Neben dem hochklassigen sportlichen Wettbewerb sorgt der Yacht Club Costa Smeralda zusammen mit der IMA und den Titelsponsor Rolex für eine Auswahl exquisiter Rahmenevents. Diese enden mit der feierlichen Preisverteilung am Sonnabend (10. September), auf der die Maxi Yacht Rolex Cup Pokale und edle Rolex Armbanduhren vergeben werden.
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Porto Cervo Porto Cervo (Italy) - 01/06 September 2008 Maxi Yacht Rolex Cup 2008 Porto Cervo. Photo By: Rolex / Daniel Forster .

Yacht Club Costa Smeralda Sunrise at the Yacht Club Costa Smeralda Rolex Swan Cup 2008 © ROLEX/Kurt Arrigo.Photo By: Rolex / Kurt Arrigo .

Maxi Yacht Rolex Cup Porto Cervo, Italy September 5 - 10, 2011 Yacht Club Costa Smeralda Dock side.Photo By: Rolex / Carlo Borlenghi .

Dock side ambiance at the YCCS Dock Side. photo id: 18178 Photo By: Rolex / Carlo Borlenghi .

Maxi Yacht Rolex Cup fleet moored at the YCCS Dock Side .Photo By: Rolex / Carlo Borlenghi .

Maxi Yacht Rolex Cup fleet moored at the YCCS Dock Side.Photo By: Rolex / Carlo Borlenghi .

Dock side ambiance at the YCCS Dock Side.Photo By: Rolex / Carlo Borlengh.

Gianfranco Alberini, Secretary General IMA Gianfranco Alberini (Secretary General IMA).Photo By: Rolex / Carlo Borlenghi .


