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06. April 2011, 07:33

Die Lieblinge der Spanier

Das Spanische Duo Iker Martínez and Xabi Fernández sind ganz einfach die Lieblinge der Spanier. Die Olympiasieger von Peking sind Burschen die man mit "Hart im Nehmen aber weich in der Schale" bezeichnen könnte. Ihr zweiter Platz gilt in Spanien wie ein Sieg. Dabei wollten die beiden ganz einfach einmal um die Welt segeln und ohne Zwischenstopp, dass war Ihnen wichtig.

Zürich, 6.4.11 Red. (mk) Einmal um die Welt und dies ohne Zwischenstopp! Dass war der Wunsch, der Gedanke und das Adrinalin für die beiden grossartigen Segler und Olympiasieger von Peking. "Das Erlebnis war ähnlich dem vom Peking" sagt Iker Martinez. Für uns war es wichtig ohne Zwischenstopp das Ziel zu erreichen. Pech für uns, dass wir seit Kap Horn Hungern mussten, weil wir ganz einfach unsere Vorräte aufgebraucht hatten und nur noch vom Gefriergetrockneten lebten. Ein Stopp kam aber nicht in Frage. "Wir sind nicht einmal gestartet um zu gewinnen, unser Ziel war es Barcelona ohne einen Fuss auf Land gesetzt zu haben, Barcelona wieder zu erreichen." sagt Xabi Fernandez.

Die beiden Spanier wollen nächstes Jahr auch ihren Olympiatitel verteidigen. Der zweite Rang hier ist ganz einfach wundervoll. Vielleicht gewinnen wir Nächstesmal, oder werden wieder Zweite, Dritte oder Vierte, Fünfte.....
Wir müssen uns auch bewusst sein, Virbac-Paprec 3 segelte 6 Tage weniger als wir, dass sind hochgerechnet 7% mehr Geschwindigkeit als wir! Dass ist enorm. Wir haben in diesem Rennen aber viel gelernt und drei, vier Prozent liegen nächstesmal sicher drin. Klar, die beiden Franzosen haben enorm profitiert von ihrem Stopp. Und dann gibt es noch einen weiteren Punkt, meint Fernandez: Dass sind die Wettervorhersagen - das Routing, alle digitalen Rechnungen. Es ist wie bei den Olympischen Spielen, derjenige, der mehr Informationen hat, hat mehr Möglichkeiten zu gewinnen.

Auf die Frage des Reporters, ob sie ans gewinnen dachten als sie innerhalb von 8 Meilen mit Virbac Paprec 3 lagen sagt Iker Martinez; Dass war die engste Verbindung, die wir mit der Varbec Paprec 3 hatten, dass war in Neuseeland. Wir hatten sehr günstige Konditionen und mehr Wind als sie, wir kamen ihnen sehr nahe. Wir haben da aber auch festgestellt, dass wir bis zum umfallen kämpften. Der Lauf im Pazifik war dann sehr hart, weil wir immer mit Höchstgeschwindigkeit segelten und grosse Angst hatten, dass etwas am Boot brechen würde. Es war aber unsere einzige Chance. Die Möglichkeiten waren 1:1000.

Auf die Frage des Manövers im Atlantik als die meisten Boote in Richtung Westen Brasiliens segelten und einige nach Osten und nur die Mapfre änderte plötzlich ihre Taktik, warum dies?

Iker antwortet: Dies war einer der wichtigsten Momente im Rennen. Vor dem verlassen des Atlantique wollten wir näher an Brasilien ran. Es stimmt natürlich, dass es dort verschiedene Streckenführungen gibt und dazu viele Möglichkeiten um vorwärts zu kommen. Als wir die Routings sahen wussten wir, dass wenn wir nichts speziellens machten den Kontakt zur Esterell und zur Group Bel verlieren würden. Wir mussten aber den Daten unseres Computers glauben und änderten damals nach Osten. Vielleicht, wenn wir unsere Route fortgesetzt hätten, ja, dann wäre ein Tag gewonnen worden. Aber eben, man muss sich für etwas entscheiden. Es war ein Fehler, aber dass sieht man erst im Nachhinein. In einem solchen Fall spielst du einfach Roulett. Auch Michel Desjoyeauxis der beste im Moment auf hoher See fahrende Stratege ging auch nach Süden, anstatt nach Westen. Wir haben viel gelernt, aber irgendwie muss man die Maut für die eigenen Fehler bezahlen. Und genau dort liegen die drei, vier Prozent, wo wir uns verbessern können.

Was uns bei der Teilnahme auch sehr entgegen kam ist, dass wir im Vorfeld des Rennens schon monatelang extrem viel Fitness machten. Wir waren tatsächlich in Superform. Keine Rückenprobleme nichts, nicht einmal die Notapotheke mussten wir aufmachen. Ausser ein paar Schwielen an den Händen sind wir gesund meint Iker.

93 Tage ohne Bett auf See ist ok. Ich musste aber mehr als zu Hause kochen und drei Monate von der Familie getrennt ist eine Menge. Aber unsere Partner und unsere Familien haben uns geholfen, die Zeit möglichst angenehm zu halten, meint Iker.

Auf die Frage was das Schlimmste an der gesamten Weltumseglung gewesen sei, sagt Martinez: Dass war im Vorfeld, vor dem Start. In den paar Tagen in Barcelona im letzten Training, wurden wir darauf vorbereitet, dass die gesamte Elektronik und der Motor ausfällt. Wir haben zwei Wochen lang jeden Tag am Abend den Motor auseinander genommen, jedes Teil angeschaut, wieder zusammengesetzt und probiert, bis er wieder läuft. Und eines Abends haben sie uns ein Teil weggenommen und wir mussten durch ganz Barcelona laufen und in jeder Garage anklopfen, ob sie so ein Teil hatten, so eines dass wir suchten. Dass war für uns das Schrecklichste. Wir als Antimotorkenner! Wir haben in diesen Tagen kaum geschlafen, es war aber dennoch notwendig und wir haben viel gelernt.

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