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Marcel Krebs

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04. Januar 2011, 12:27

Zaubereien in leichter Brise

Eine Reprise für Jean-Pierre Dick vor Gibraltar?

Es grenzt fast schon an Zauberei und doch bleiben die beiden Boote von Foncia und Estrella praktisch stehen - sie haben sich beide für die falsche Route entschieden- Währendessen ihr engster Rivale Virbac-Paprec 3 und die überraschende Neutrogena ein paar Meilen weiter vorne sind und dabei den Abstand rasch vergrössern.

Brüttisellen, 3.1.11 Red. (mk) In der ersten Auflage des Barcelona World Race im November 2007 war es Jean-Pierre Dick, der den Rekord nach Gibraltar aufstellte. Dieses Jahr wird es schwierig werden diesen Rekord zu brechen, sind die beiden doch schon 3 Tage 14 Stunden und 25 Minuten unterwegs. Dass es aber trotzdem seine Strecke ist, zeigt Dick letzte Nacht wo er beinahe 10 Meilen Vorsprung heraussegelte.

Es wird aber auch für die führenden Yachten schwierig das Tor in den Atlantik aufzustossen. Starke Gegenströmungen in der Meerenge von Gibralta, verunmöglichen fast ein vernünftiges weiterkommen. Mit höchstens 2-4 Knoten darf gerechnet werden. Der momentane Vorsprung der Virbac-Papres 3, sollte aber genügen um als erste in den Atlantik einzufahren.

Die besten sechs Boote, Virbac Paprec 3, Foncia, Neutrogena, Estrella Damm Sailing Team, Mirabaud, und GAES Centros Auditivos, segeln alle nahe der marokkanischen Küste. Der Abstand nach hinten ist gross und bereits an die 70 Meilen. Dagegen versuchen Kito de Pavant und Sebastien Audigane auf Groupe Bel, und die Spanier die Olympischen 49er Asse - Iker Martinez und Xabi Fernandez - die Verlierer der Nacht - auf der spanischen Seite ihren Weg.

Die Auswahl der besten Route durch die leichten und sehr instabil, wechselnde Winde am Mittag und am Nachmittag hat für die führende Gruppe ihren Weg bestätigt.

Für die deutsch-amerikanische Duo Ryan Breymaier (USA) und Boris Herrmann (GER) läuft es bei ihrem ersten IMOCA Rennen zusammen recht gut, sind sie doch nach einemm etwas verhaltenen Start plötzlich mitten unter den Favoriten. Sie die Rookies der Regatta trafen sich erstmals im vergangenen April und sind seither auf dem sechsjährigen Boot die besten Freunde geworden. An der heutigen Live-Video-Konferenz war Hermann sehr entspannt, sah seine gute Position in der frühen Rennphase aber auch sehr realistisch an.

Die beiden Roockies haben eine gemeinsame Passion und eben auch denselben Traum, wie sie sagen. Sie, die Kapitäne auf der Neutrogena sind, sind stolz auf ihren Job. Der 29-jährige Boris Herrman ist der erste Deutsche , der auf der gut 18 Meter langen Yacht die Welt Wettkampfmässig umsegelt. Doch auch der US-Boy Ryan Breymaier 35-jährig, ist der einzige US-Bürger im Rennen. Die Partnerschaft kam dann auch mehr aus Zufall zusammen. "Und die, die uns geholfen haben, denen möchten wir von Herzen danken" - sagen die Beiden.

In der vergangenen Nacht kamen überraschend recht starke Winde auf und die Yachten segelten mit 15-20 Knoten durch das Mittelmeer. Besonders der Neuseeländer Andy Meiklejohn und der Holländer Wouter Verbraak schätzten die Erholung sehr. Die Hugo Boss konnte sich stark verbessern und endlich so richtig durchs Wasser schwimmen. Sie sind jetzt wieder fast bei den Leuten und haben nicht mehr so einen riesen Abstand - man darf hoffen, dass es täglich weiter nach vorne geht auch wenn sie immer noch auf dem Zweitletzten Platz segeln.

Worte und Gespräche

Kito de Pavant (FRA, Groupe Bel): Wir scheinen auf einmal zuverlässige Wetter-Dateien zu haben. Heute Morgen hatten wir sehr, sehr wenig Wind und verschiedene Windrichtungen. Wir wurden aufgefordert, auf Halsen mit schrecklichen Kabbelwellen Wind zu halten. (Kabbelwellen sind kleine Wellen aus allen Richtungen) Nun hält der Wind gerade mal mehr nach Osten, und wir müssen unser Bestes geben um mit diesen Wellen zu reiten. Der Kurs ist noch sehr lang. Das Ziel ist nicht in Gibraltar. Es ist in drei Monaten. Es ist im Moment enttäuschend für uns, weil wir gut waren in den ersten Stunden. Ich würde lieber vor als hinter sein. Und wie es aussieht, werden wir gleich nochmal in eine Windflaute fahren. Dann gute Nacht - doch wie gesagtm, Gibraltar ist erst der Anfang.

Andy Meiklejohn (NZL, Hugo Boss): "Wir hatten 15-16 Knoten letzte Nacht mit einigen großen Segel und das war großartig, das erste Mal haben wir wirklich das Boot bewegt und gute Geschwindigkeiten auf dem Wasser erzielt. "

Es sieht sicher schlimmer aus, als es ist und es wird wieder offene Wettertore geben - hoffentlich zu unseren Gunsten.

Pepe Ribes (ESP, Estrella Damm): "Im Moment sind wir zwei Meilen vor der Foncia nach Luv und wir haben Jean-Pierre drei Meilen Links von uns. Sichtkontakt mit anderen Booten motiviert immer. Die Bedingungen sind schwierig zu lesen, und es taucht immer wieder die Frage auf - sollen wir oder sollen wir nicht. Im Moment denke ich ist es für die Durchfahrt durch die Meerenge kompliziert. Anscheinend gibt es wenig Wind und es wird eine starke Strömung gegen uns sein. "

Zwischenstand

1. Virbac-Paprec 3 24 081 - 0
Dick & Peyron
2. Foncia 24 091 11 0
Desjoyeaux & Gabart
3. Estrella Damm Sailing Team 24 094 13 0
Pella & Ribes

Das Tages Video

Ranking, 3.1.11 - 20.00 Uhr (Pdf, 100 kB)
 

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