Samstag, 26. Mai 2012, 13:10:28 Uhr

04. Oktober 2008, 20:23

Mit allen Wettern gewaschen

Die Red Bull Jungfrau-Stafette bot tollen Sport, spektak-uläres Wetter und nach 500 Kilometern durch die Schweiz erstaunlich kleine Zeitabstände. Sven Riederer brachte für die Swiss Bulls den Sieg sicher ins Ziel, dahinter folgten Gobal Bulls und Subaru Uri 1.

Brüttisellen (mk) Vom Rheinfall über Jungfraujoch, Aletschgletscher und Eggishorn, durchs Wallis und über das Mittelland nach Dübendorf - die Red Bull Jungfrau-Stafette geizt nicht mit geografischen Reizen. Da wollen die Wettergötter ebenfalls zeigen, was sie alles können: Regen, Hagel, Schneesturm, Windböen und dazwischen immer wieder Sonnenstrahlen. Wie schon in den Dreissigerjahren an der historischen Jungfrau-Stafette hat die Natur das letzte Wort.

Start am Rheinfall
Der Startschuss zerreisst das Rauschen des Rheinfalls und 33 Radfahrer stürmen die 275 Treppenstufen zum Schloss Laufen hoch, wo ihre Velos stehen. Die Profis Markus Zberg (Subaru Uri 1) und Patrick Calgagni (Win Team) laufen am schnellsten und führen danach die Spitzengruppe, zu der auch Sandro Späth (Swiss Bulls) und Bernhard Eisel (Global Bulls) gehören ins zürcherische Lindau. Dort übernehmen die Läufer. Auf den 9.5 Kilometern zum Flugplatz Dübendorf setzen sich Manfred Jauch (Subaru Uri 1) und Bruno Heuberger (Swiss Bulls) leicht ab.

Die dicke Wolkendecke verhindert den Start der historischen Flugzeuge. Vom Jungfraujoch werden dichter Schneefall und 77km/h Wind gemeldet. Die Skietappe zum Aletschgletscher und der Lauf über diesen sind unter diesen Bedingungen nicht zu verantworten. Gemäss der Zwischenrangliste in Dübendorf starten die Bergläufer, aber nicht wie geplant aufs Eggishorn, wo die Gleitschirmflieger ebenfalls am Boden bleiben müssen, sondern direkt an den Start der Downhill Biker auf der Fiescheralp. Die brettern dann hinunter nach Fiesch, als gäbe es keine besseren Bedingungen denn Nebel, Schnee und Matsch.

Spannung im Wallis
Dank Bergläufer André Marti behaupten die Urner ihre Führung bis zum Downhillstart, dann aber krempeln der Ex-Profi Claudio Caluori (Swiss Bulls) und der Weltklasse Junior Jo Smith (Global Bulls) das Klassement um. Kurz hintereinander übergeben sie an die Motorradfahrer auf ihren Vorkriegsmaschinen. Die fahren in vorgegebener Zeit zum Start der Kajakfahrer in Stalden. Olympiateilnehmer Mike Kurt (Swiss Bulls) rutscht kurz vor dem Weltcupfahrer Vavrinec Hradilek (Global Bulls) ins Wildwasser der Vispa. Kurt macht aus 7 Sekunden Vorsprung auf die Global Bulls deren 53 und schickt den Oldtimerfahrer seines Teams auf die spektakuläre Schleife durchs Val d'Anniviers nach Sion. Auch die historischen Renn- und Sportwagen haben eine Richtzeit einzuhalten und die Zeit der Flugzeuge geht nicht in die Wertung. Ihre Aufgabe ist es, gut auszusehen und den Stab zur nächsten Station zu befördern.

Schlussspurt
Die Zeitabstände bleiben somit die gleichen. Sven Riederer startet als Schlussläufer der Swiss Bulls 53 Sekunden vor Jonas Colting (Global Bulls), dem Weltmeister über die doppelte Ironman-Distanz. Als dritter folgt der unermüdliche Urner Manfred Jauch, nicht nur der erste Amateur unter den Schlussläufern, sondern auch der erste, der schon die Etappe am Morgen gelaufen ist. Die Schlussrunden führen über das Rollfeld und zweimal durchs Fliegermuseum. Riederer lässt nichts anbrennen und auch die weiteren Athleten halten ihre Plätze. «Es ist schön, die Saison mit einem Sieg im Team abzuschliessen», sagt Sven Riederer, «am Dienstag fliege ich zufrieden in die Ferien.» Auch der drittplatzierte Manfred Jauch ist zufrieden: «Natürlich haben wir den Sieg im Auge gehabt, aber wir sind ein Team von Freizeitsportlern und dafür haben wir uns gut geschlagen.»

RESULTATE

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